Aktienrente: Fintechs fordern weitere Reformen

2026-05-08
Nach dem Altersvorsorgedepot ist vor der Rentenreform: Ein Branchenbündnis von Fintechs fordert dazu nun den Einstieg in die Kapitaldeckung auch bei der gesetzlichen Rente.

Während das Altersvorsorgereformgesetz im Bundesrat seine letzte parlamentarische Hürde nimmt, melden sich Vertreter der Finanzindustrie mit neuen Forderungen. Eine erst Ende April im Lobbyregister des Bundestags neu eingetragene „Initiative Digitale Altersvorsorge" fordert nun, auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung teilweise in ein Kapitaldeckungsverfahren einzusteigen. Über ein entsprechendes Positionspapier berichtet die WirtschaftsWoche.

Hinter der neuen Initiative steckt ein Zusammenschluss unterschiedlicher Fintechs und Finanzinfrastrukturanbieter, darunter die Unternehmen Smartbroker, Raisin, Upvest, Lemon Markets und Vanguard. Sie halten die jüngste Reform der privaten Altersvorosrge zwar für einen Meilenstein, aber bei weitem nicht für ausreichend. In dem Positionspapier, das der WirtschaftsWoche vorliegt, plädiert das Bündnis dafür, jedem Beitragszahler in die Rentenversicherung ein individuell gestaltbares Depot einzurichten. Vorbild dafür ist die schwedische Prämienrente, in die 2,5 Prozent der Rentenbeiträge fließen.

Auch bei der betrieblichen Altersversorgung sehen die Anbieter Reformbedarf. Hier sollte es aus ihrer Sicht mehr Wahlfreiheit für alle geben und auch die Möglichkeit, breit in Aktienfonds ohne Beitragsgarantien zu investieren.

Eine einst von FDP-Finanzminister Christian Lindner ins Spiel gebrachte klassische Aktienrente mit staatlichem Kapitalstock gilt inzwischen als gescheitert. Die Fintechs schlagen nun einen schlankeren und womöglich marktnäheren Weg vor, heißt es in dem Beitrag. Der Impuls sei insgesamt aber noch recht unkonkret.