So funktioniert's
Das deutsche Rentensystem
Private Altersvorsorge ist Teil eines ganzen Systems zur finanziellen Absicherung des Ruhestands. Ein kompakter Überblick über das System der Rente in Deutschland: gesetzlich, betrieblich und privat.




Darauf fußt deine
Altersvorsorge
Für das deutsche Rentensystem hat sich der Begriff des Drei-Säulen-Modells eingebürgert. Die Altersvorsorge speist sich also aus drei ganz unterschiedlichen Systemen. Wie viel im Alter aus welcher Säule kommt, hängt ganz entscheidend davon ab, wo, was und wie viel du im Leben gearbeitet und verdient hast.
Regelsicherung: Die gesetzliche Rente
Die gesetzliche Rente bildet die erste Säule der Altersvorsorge. Jeden Monat müssen Angestellte in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Wieviel, das hängt vom Einkommen ab: Aktuell zahlen Pflichtversicherte 18,6 Prozent vom Bruttolohn; Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernehmen je die Hälfte. Maximal sind seit 1.1.2026 zwei Mal 785,85 Euro pro Monat fällig. Dieser Höchstbeitrag gilt ab einem Bruttolohn von 8.450 Euro. Liegt das Gehalt noch höher, steigt der Rentenversicherungsbeitrag nicht mehr an.
Auch für manche Selbständige, etwa im Handwerk, ist die gesetzliche Rente Pflicht, andere versichern sich freiwillig. Wer mindestens fünf Jahre eingezahlt hat, hat später Anspruch auf eine Rente.
Wie viel Rente es gibt, hängt von den sogenannten Rentenpunkten ab, die sich am Durchschnittseinkommen orientieren. Pro Jahr mit durchschnittlichem Jahreseinkommen von 50.493 Euro gibt es genau einen Rentenpunkt und dafür später dann 40,79 Euro Rente pro Monat. Das gilt seit 1.7.2025. Davon gehen noch Steuern, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab. Die durchschnittliche Altersrente lag laut Jahresbericht der Rentenversicherung im Jahr 2024 nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung bei 1.154 Euro (1.405 Euro für Männer und 955 Euro für Frauen).
Zusatzvorsorge: Die Betriebsrente
Die betriebliche Altersversorgung, kurz bAV, bildet die zweite Säule des deutschen Rentensystems. Wie der Name verrät, ist es eine Vorsorgeform für Arbeitnehmer, die der Arbeitgeber bereitstellt. Alle Angestellten haben ein Anrecht darauf, die Teilnahme ist allerdings freiwillig.
Die bAV können Unternehmen auf ganz unterschiedlichen Wegen umsetzen. Manche schließen einfach Rentenversicherungen für die Beschäftigten ab, andere zahlen die Betriebsrenten aus eigenen Rückstellungen. Oft wird die bAV auch von einer Pensionskasse, Unterstützungskasse oder einem Pensionsfonds organisiert. Die genauen Vorgaben und Abläufe hängen von diesem sogenannten Durchführungsweg ab.
Grundsätzlich erwähnenswert ist noch, dass entweder der Arbeitgeber für dich zahlt oder du selbst einen Teil deines Lohns umwandelst. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es so oder so. Was du in der bAV sparst, bleibt zudem bis zu gewissen Höchstgrenzen steuer- und sozialabgabefrei.
Später musst du die Betriebsrenten dann allerdings versteuern und auch Sozialabgaben dafür zahlen.
Renditeturbo: Die private Vorsorge
Private Vorsorge, die dritte Säule im System, umfasst alles, was nicht in die erste oder zwei Säule gehört. Zwei Arten sind zu unterscheiden: staatlich geförderte und nicht geförderte Vorsorgearten. Staatlich gefördert werden vor allem die sogenannten Riester- und Rürup-Verträge. Riester richtet sich vornehmlich an Angestellte mit Rentenversicherungspflicht, es gibt eine Menge an Varianten, von der Rentenversicherung bis zum sogenannten Wohn-Riester, einer Bausparvariante. Der Staat bezuschusst das Sparen, hat die Bedingungen allerdings so eng vorgegeben, dass sich Riester-Verträge kaum lohnen. Ab 2027 wird das System durch das rentierlichere Altersvorsorgedepot ersetzt.
Die sogenannten Rürup-Policen richten sich vornehmlich an Selbstständige und Besserverdiener, die nicht in die gesetzliche Rente einzahlen. Hier lockt hohe Steuerersparnis. Doch auch diese Verträge sind oft unübersichtlich, wenig flexibel und teuer.
Bleibt schließlich private Vorsorge ohne staatliche Förderung - und ohne weitere Vorgaben. Hier ist vieles möglich: Bankguthaben, Versicherungen, Immobilien und Kapitalanlagen. Investieren musst du aus versteuertem Einkommen, auch die Erträge musst du versteuern. Trotzdem rechnet sich die langfristige Kapitalanlage mehr als alle anderen Formen.
Die staatliche Versorgung
im Überblick
Im Ruhestand fällt das Arbeitseinkommen bei den meisten Menschen weg. Manche erledigen noch kleinere Jobs. Davon abgesehen musst du jetzt von der Rente leben und/oder von privaten Ersparnissen und andern Geldquellen. Wir haben hier die wichtigsten Bausteine zur staatlichen Rente zusammengestellt.
Übrigens ist etwa jeder Vierte im Land Rentnerin oder Rentner. Am 1. Juli 2024 waren das insgesamt 21,4 Millionen Menschen.
Kinder wiederum bekommen als Halbwaisen 10 Prozent der Rente, Vollwaisen 20 Prozent - und das jeweils bis zur Volljährigkeit beziehungsweise bis Ende der Ausbildung. Für Geschiedene, Ältere und weitere Spezialfälle gibt es Ausnahmen. Ganz wichtig: Das eigene Einkommen wird, abgesehen von einem Freibetrag, auf die Rente angerechnet.
Die Höhe ist dann abhängig von deinen Beiträgen. Wer 25 Jahre lang genau das Durchschnittseinkommen verdient hat, dem stehen 1.019,75 Euro Erwerbsminderungsrente zu (Stand: 1.7.2025). Das gilt für alle, die maximal noch drei Stunden Arbeit am Tag schaffen. Wer höchstens sechs Stunden Arbeit hinbekommt, gilt als "teilweise erwerbsgemindert" und bekommt die Hälfte davon. Das alles natürlich nur solange, bis sich die Lage ändert.
Übrigens: Kannst du nach einem Arbeitsunfall nicht mehr richtig arbeiten, versorgt dich nicht die Rentenkasse, sondern die gesetzliche Unfallversicherung.

Das Thema Altersvorsorge
verdient mehr Beachtung
Im Blog greifen wir regelmäßig Grundlagen und aktuelle Entwicklungen auf und informieren dich über weitere wichtige Details.
Das Thema Altersvorsorge im Spiegel der Medien
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Sprengt das Altersvorsorgedepot den Staatshaushalt?
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