Sozialverband Deutschland warnt vor Riester-Effkekt

2026-03-01
Die aktuellen Pläne zum Altersvorsorgedepot führen für den Sozialverband Deutschland auf den falschen Weg. Er fordert stattdessen eine noch stärkere gesetzliche Rente.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) lehnt die von der schwarz-roten Koalition geplante Reform der privaten Altersvorsorge in der aktuellen Gesetzesvorlage ab. Darüber berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung. und warnt vor einem Riester-Effekt. Die Zeitung zitiert die SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier mit den Worten: „Der letzte Versuch staatlich gelenkter privater Rentenvorsorge ist kläglich gescheitert. Die Riester-Rente hat vor allem den Versicherungskonzernen genützt."

Nur ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sorge derzeit zusätzlich privat vor. Das neue Produkt sei nun zwar einfacher und transparenter als Riester, aber mit einem Kostendeckel von 1,5 Prozent für den Verwaltungsaufwand viel zu teuer - ein Punkt, den auch Verbraucherschützer zuletzt immer wieder scharf kritisiert haben. Zum Vergleich verweist der Sozialverband auf das Modell des schwedischen Staatsfonds, der beider Kapitalanlage für die Altersvorsorge mit nur 0,1 Prozent Kosten auskomme. Der SoVD, der Menschen mit finanziellen Problemen berät und unterstützt, plädiert dafür, mehr auf die gesetzliche Rente zu setzen. Dazu sollte man auch die Ergebnisse der Rentenkommission abwarten, die Mitte des Jahres Revformvorschläge vorlegen soll. Ein Grundproblem bleibe: Wer kein Geld zum Sparen habe, könne auch mit staatlicher Förderung nicht privat vorsorgen.

Das Gesetzesvorhaben rund um das Altersvorsorgedepot liegt derzeit zu abschließenden Beratungen im Bundestag.