NUTZWERT: Die 50-30-20-Regel

Porträt Mariam Misakian | Foto: Rudolf Wichert
Mariam Misakian
Kassensturz
Bild: Symbiot - stock.adobe.com
29 Jan 2026
Wie viel muss ich zur Seite legen, damit im Alter genug da ist? Wenn du dich das fragst, solltest du die 50-30-20-Regel kennen und beachten.

Die 50-30-20-Regel liefert dir eine Faustregel, wie du dein monatliches Haushaltsbudget einteilen kannst - und wie viel von deinem Geld du am besten für später sparst. Das Prinzip geht so: Die Hälfte (50 Prozent) deines verfügbaren Einkommens gehen bei einem gesunden Budget für den Lebensunterhalt und Fixkosten drauf. Dazu gehören Miete, Strom und Internet, Versicherungen, Lebensmittel und Kosten für Fahrkarten und das Auto.

So bleiben dir 30 Prozent für Freizeit und Sonderwünsche. Dazu gehört zum Beispiel die Fitnessstudiomitgliedschaft, das Streamingdienst-Abo oder Geld für Restaurantbesuche, Kino, Kleidung und Reisen. Die verbliebenen 20 Prozent sparst du – zunächst für einen Notgroschen und dann langfristig für das Alter.

Mit dieser Aufteilung behältst du den Überblick über deine Finanzen und baust dir langfristig ein Vermögen auf. Mit Zahlen hinterlegt könnte das beispielsweise so aussehen:

Bei einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro im Monat sollten deine monatlichen Fixkosten für den Lebensunterhalt nicht über 1.500 Euro liegen. So kannst du dann 900 Euro für Extras, Freizeit und Hobby ausgeben. 600 Euro im Monat sparst du.

Angenommen, du legst diese 600 Euro bei einer Rendite von durchschnittlich 6 Prozent im Jahr für 20 Jahre am Kapitalmarkt an, dann hast du nach 20 Jahren fast 275.000 Euro Kapital. Mit unseren Vorsorgerechnern kannst du selbst ganz leicht nachrechnen, wie du damit deine Rentenlücke schließen kannst.

Das 50-30-20-Modell bietet einige Vorteile. Zum einen ist es simpel: Statt lang zu überlegen, wie du deinen Finanzplan aufstellst und wie viel du sparen solltest, gibt dir die Regel einen konkreten Anhaltspunkt, mit dem du sofort loslegen kannst. Am besten buchst du jeden Monat per Dauerauftrag den Sparanteil auf ein anderes Konto oder per Sparplan gleich in ein Depot um. Die Sparrate wird so ein fester Bestandteil deines monatlichen Budgets.

Ein weiterer Vorteil ist psychologischer Natur: Wenn du darauf achtest, 30 Prozent für freiwillige Ausgaben einzuplanen, steht dir mehr für den direkten Konsum zur Verfügung als für die Vorsorge. Das verhindert Frustration. Natürlich brauchst du für all das ein ausreichendes Einkommen. Zugleich leitet dich die Faustregel aber auch dazu an, deine Fixkosten kritisch zu begutachten und möglicherweise zu begrenzen. Denn wer zu teuer wohnt, unnötige Versicherungen besitzt oder zu teure Abos und Handyverträge, muss oft beim Sparen sparen - also zulasten der Zukunft.

Individuell kalkulieren: Welche Sparrate halte ich durch?

Klar ist: Ein Budget von 50 Prozent für Lebenshaltungskosten reicht für manche trotz aller Bemühungen nicht aus. So ist etwa das Leben in der Großstadt teuer, die Mieten etwa sind hier teils sehr hoch. Ergebnis: Nach einer aktuellen Hochrechnung des Statistischen Bundesamts geben 1,5 Millionen Haushalte in Deutschland bereits für die Kaltmiete mehr als 50 Prozent ihres Nettoeinkommens aus. Umgekehrt lag die durchschnittliche Sparquote im ersten Halbjahr 2025 auch nicht bei 20, sondern nur bei 10,3 Prozent.

Einnahmen, Ausgaben, Budgets und Bedürfnisse ändern sich nun mal im Lauf des Lebens. Die 20-Prozent-Vorgabe ist also für Menschen in einer Lebensphase gedacht, in der die Einkommen vergleichsweise hoch und die Kosten im Rahmen sind. In anderer Lage kann auch eine geringere Sparquote ausreichen.

Zehn Prozent sind ein guter Anfang

Kalkuliere am besten einmal mit Blick auf dein eigenes Konto, was du in der aktuellen Phase deines Lebens wirklich zurücklegen kannst und passe das einmal im Jahr an. Ein Sparanteil von zehn Prozent ist für Berufsanfänger zum Beispiel ein guter Start. Die noch wichtigere Faustregel für die Vorsorge lautet schließlich: Fang an und bleib dran.

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