Ab wann gibt es Rente? Ab 70, abhängig von der Lebenserwartung oder flexibel nach der bisherigen Lebensarbeitszeit? Um diese Frage kreiste in den vergangenen Wochen eine kontroverse politische Debatte. Verfechter einer "Rente mit 70" argumentieren, ein grundsätzlich höheres Eintrittsalter für alle wäre angesichts der immer älteren Gesamtbevölkerung ein wichtiges Signal. Andere fordern, die Rente nicht fix zu erhöhen, sondern künftig an die Lebenserwartung zu koppeln - also das Rentenalter immer weiter anzuheben, wenn die Menschen länger leben. Die dritte Variante hebt ab auf die individuelle Arbeitsleistung.
Aktuell dürte die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission über das Für und Wider aller drei Varianten diskutieren. Die SPD hat kürzlich aber bereits eine starre Rente mit 70 abgelehnt und damit de facto aus dem Spiel genommen. Nun ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz eingeschwenkt auf einen alternativen Kurs: Er will, so erklärte er während einer Wahlveranstaltung der CDU in Ravensburg, die Rentenhöhe künftig ebenso nicht mehr am Renteneintrittsalter orientieren, sondern an der Lebensarbeitszeit. Es gehe schließlich, so zitiert n-tv Merz in einem Beitrag über seinen Auftritt, weniger um die Frage, ob jemand mit 61, 65 oder 68 Jahren in Rente gehe, sondern darum, wann jemand zu arbeiten begonnen und wie lange er gearbeitet habe.
Die CDU könne sich bei dieser Haltung auf die Unterstützung des Koalitionspartners SPD verlassen, sagte Merz. Denn auch die Sozialdemokraten hätten signalisiert, sie könnten sich einen Umbau in dieser Art vorstellen. Merz will, dass die Regierung noch in diesem Jahr eine umfassende Rentenreform beschließt.