Rentenkommission, die nächste

2025-12-17
Die Bundesregierung will im kommenden Jahr eine größere Rentenreform anstoßen - mit Hilfe einer Kommission, die bis Mitte 2026 Vorschläge machen soll. Jetzt steht fest, wer drin sitzt.

Rentenreformen haben in Deutschland eine lange Tradition - und Expertenkommissionen, die sie vorbereiten, ebenso. 1983 setzte bereits Helmut Kohl eine „Kommission zur Sicherung der Alterssysteme“ ein, es folgten unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) zwei Rürup-Kommissionen (2002/2003), die CDU-Opposition hielt mit einer Herzog-Kommission (2003) dagegen, Angela Merkel beauftragte schließlich von 2018 bis 2020 eine „Kommission Verlässlicher Generationenvertrag“. Auf die Berichte der Fachleute folgte mal wenig, mal weniger Reformeifer.

Am heutigen Mittwoch nun (17. Dezember 2025) startete offiziell eine neue Rentenkommission, die bis Mitte 2026 neue Vorschläge erarbeiten soll. Darüber, was die neue Kommission so alles besprechen soll, gab es in den vergangenen Wochen eine Menge Diskussion. Ergbnis: Es könnten recht grundsätzliche Ideen kommen. Wenngleich am Ende auch nur Anregungen und Empfehlungen stehen werden - umsetzen muss das anschließend dann die Regierung.

Nun stehen jedenfalls die 13 Mitglieder fest, wie unter anderem die Börsen-Zeitung und der Spiegel berichtet.

Auf Vorschlag der Union:

  1. Frank-Jürgen Weise (Co-Vorsitzender), ehemaliger Chef der Bundesagentur für Arbeit
  2. Pascal Reddig (stellvertretender Vorsitzender), Vorsitzender der Jungen Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag
  3. Florian Dorn (stellvertretender Vorsitzender), Bundestagsabgeordneter der CSU, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales
  4. Martin Werding, Mitglied im Sachverständigenrat, Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Uni Bochum
  5. Jörg Rocholl, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Finanzministerium, Präsident der European School of Management and Technology in Berlin, Mitinitiator eines breiten Wissenschaftler-Protests gegen das jüngste Rentenpaket
  6. Tabea Bucher-Koenen, Leiterin Forschungsbereich Altersvorsorge am ZEW Mannheim
  7. Silke Übelmesser, Finanzwissenschaftlerin an der Friedrich-Schiller-Uni Jena, Forschungsprofessorin am Ifo-Institut

Auf Vorschlag der SPD:

  1. Constanze Janda (Co-Vorsitzende), Professorin für Sozialrecht an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer
  2. Annika Klose (stellvertretende Vorsitzende), sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag
  3. Camille Logeay, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin
  4. Monika Queisser, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik bei der OECD
  5. Peter Bofinger, ehemaliges Mitglied im Sachverständigenrat (2004-2019), emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Würzburg
  6. Georg Cremer, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbands