Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat zuletzt nach Medienberichten auch darüber diskutiert, ob sie eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre empfehlen soll. Ökonomen sind sich nach einem Bericht von n-tv einig: Angesichts der alternden Gesellschaft ist ein solcher Schritt letzltich unausweichlich.
Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält die Anhebung sogar für zu spät. Denn die Babyboomer erreichten bereits jetzt das Rentenalter, im Jahr 2030 werde der Höhepunkt erreicht: "Für eine Anhebung als Lösung für die Babyboomer-Problematik ist es damit eigentlich schon zu spät."
Dominik Groll vom Kiel Institut für Weltwirtschaft fordert laut dem Bericht, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Er sagt: "Solange die Lebenserwartung steigt, ist jede Erhöhung nur eine vorübergehende Lösung." Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer habe sich in den vergangenen 50 Jahren von 10 auf 20 Jahre verdoppelt.
Peter Haan vom Deutschen Insitut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) mahnt derweil an, Reformen sozialverträglich umzusetzen: "Nicht alle Menschen werden länger arbeiten können. Daher muss eine Anhebung sozialpolitisch flankiert werden – zum Beispiel durch die Ausweitung der Erwerbsminderungsrente."
Positiv bewerten die Experten die Bereitschaft in Unternehmen, ältere Menschen zu beschäftigen. So ist die Erwerbsquote der 60- bis 64-Jährigen seit den Jahr 2000 von 21 auf 69 Prozent gestiegen.