Das neue Altersvorsorgedepot soll die private Vorsorge durch kapitalmarktbasierte Anlage attraktiver machen. Banken und Fondsgesellschaften rechnen zum Jahresbeginn 2027 mit einem Ansturm und einer Verdoppelung der Zahl geförderter Altersvorsorgeverträge gegenüber dem Vorläufer, der Riester-Rente.
Erfolg wäre Milliardenrisiko
Genau dieser Erfolg könnte den Bundeshaushalt unter Druck setzen. Denn wie das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet, warnen Vertreter aus Berliner Koalitionskreisen offen vor den finanziellen Folgen. Ein nicht namentlich genanntes Mitglied des Finanzausschusses des Bundestages räumt laut dem Bericht ein, die Kostenentwicklung im Gesetzentwurf sei „schöngerechnet".
Bisher gibt der Bund für um die zehn Millionen aktive Riester-Verträge rund vier Milliarden Euro pro Jahr aus. Würden künftig zehn bis zwanzig Millionen Menschen zusätzlich ein Altersvorsorgedepot nutzen, könnten die jährlichen Ausgaben für staatliche Zulagen in den zweistelligen Milliardenbereich steigen. Das ginge dann weit über die offiziellen Schätzungen des Bundesfinanzministeriums hinaus.
Haushaltspolitische Zeitbombe?
„Das Altersvorsorgedepot ist für den Bundeshaushalt eine tickende Zeitbombe", zitiert Capital aus Koalitionskreisen. Die haushaltspolitische Brisanz liegt im Konstruktionsprinzip: Je mehr Menschen das Depot nutzen, desto höher fallen die Staatsausgaben für Zulagen und Steuerausfälle aus. Eine Deckelung ist im Gesetz nicht vorgesehen.