Betriebsrenten: Verdi will Pflicht

2026-08-24
Verdi will eine obligatorische betriebliche Altersversorgung mit verpflichtenden Arbeitgeberbeiträgen durchsetzen. Im Herbst werden die Tarifparteien darüber debattieren.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi macht einen neuen Vorstoß in Sachen betrieblicher Altersversorgung. Im Gespräch mit Zeitungen der Funke-Mediengruppe, über das unter anderem auch n-tv berichtet, fordert Verdi-Chef Frank Werneke eine gesetzliche Pflicht zur Betriebsrente. Der Gewerkschaftsführer spricht sich genau genommen aus für eine „obligatorische betriebliche Altersversorgung mit verpflichtenden Arbeitgeberbeiträgen“.

Die Forderung kommt zu einem taktisch bedeutsamen Zeitpunkt: Das Arbeits- und Sozialministerium hatte vor wenigen Tagen Einladungen für einen Sozialpartnerdialog zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) verschickt. Dort sollen die Tarifparteien über die Zukunft der bAV debattieren. Bis zum 17. September erwartet das Ministerium Stellungnahmen. Am 8. Oktober gibt es dann in Berlin ein Auftakttreffen.

Gewerkschaft sorgt sich um Gesamtversorgung von 70 Prozent

Im Gutachten der Alterssicherungskommission tauchte unter den Forderungen kein Obligatorium für die bAV auf. Zugleich will die Kommission aber im Alter 70 Prozent des früheren Nettoeinkommens als Gesamtversorgung erreichen. Das geht laut Werneke nur, wenn alle Beschäftigten auch eine Betriebsrente bekämen. Derzeit haben zwar alle Beschäftigen einen Anspruch darauf, müssen aber keine bAV abschließen.