Die Deutsche Bundesbank hat Interesse bekundet, den geplanten staatlichen Kapitalrentenfonds zu verwalten. Das berichtet Das Investment mit Verweis auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg und unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Notenbank verweist auf ihre Erfahrung bei der Verwaltung von Pensionsvermögen mehrerer Bundesländer sowie der Bundesagentur für Arbeit.
Der Fonds ist Teil der von der Regierungskoalition angestrebten Rentenreform. Jährlich sollen mehr als 30 Milliarden Euro in das neue Vehikel fließen, das 2028 den Betrieb aufnehmen soll. Im Rennen um das Mandat befindet sich neben der Bundesbank auch der Kenfo, die staatliche Stiftung zur Finanzierung der Atomkostenmüll-Entsorgung. Die Regierung soll zudem prüfen, ob sie womöglich ein völlig neues Anlagevehikel für ihr Vorhaben schafft. Die konkrete Ausgestaltung des deutschen Modells bleibt dem laufenden Gesetzgebungsverfahren vorbehalten.
Unklar ist auch noch, wie genau die Anlagerichtlinien aussehen. Der Ökonom Jens Südekum, der Finanzminister Lars Klingbeil berät, hat laut Bloomberg angemahnt, dass die Politik sich nicht ins Tagesgeschäft einmischen dürfte, sondern dem Fonds unabhängige Anlageentscheidungen am Kapitalmarkt überlassen müsse.
Als institutionelle Vorbilder gelten das schwedische Prämienrentensystem sowie Norwegen, wo die Zentralbank Norges Bank den staatlichen Vermögensfonds verwaltet. Die Rentenkommission hatte zudem empfohlen, auch das geplante staatliche Standardangebot fürs Altersvorsorgedepot aus Gründen der Effizienz demselben Verwalter zu übertragen.