Eigentlich verwaltet sie Milliarden der Atomindustrie, um einmal die Kosten einer Endlagerung des radioaktiven Abfalls in Deutschlands zu stemmen. Nun könnte Anja Mikus, Chefin des Atommüll-Altlasten-Fonds Kenfo, auch eine Schlüsselrolle in der deutschen Altersvorsorge einnehmen. Wie der Spiegel berichtet, ist der Kenfo nämlich im Gespräch als Verwalter des geplanten staatlich organisierten Standardprodukts beim Altersvorsorgedepot.
Der Kenfo-Fonds verwaltet als ältester Staatsfonds in Deutschland seit 2017 Rücklagen für den Rückbau deutscher Kernkraftwerke und die Endlagerung radioaktiver Abfälle und hat mit einem breit gestreuten Portfolio aus Aktien, Anleihen und alternativen Investments seit Gründung eine durchschnittliche Jahresrendite von 5,6 Prozent erwirtschaftet, im Jahr 2024 lag sie bei 9,4 Prozent. Das Verwaltungsvermögen liegt inzwischen bei über 26 Milliarden Euro.
Der Spiegel nimmt die mögliche Übertragung der neuen Aufgabe an den Kenfo zwar zum Anlass für eine Porträt von Mikus, weist aber zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Aufgabe ihre Nachfolger beträfe, denn Ende des Jahres geht Mikus selbst in Rente.
Das Handelsblatt berichtet derweil, dass der Kenfo auch die Verwaltung einer künftigen Kapitalrente übernehmen könnte, die nach Vorschlägen der Rentenkommission als Ergänzung zur Gesetzlichen Rentenversicherung aufgebaut werden soll. Pro Jahr könnten zusätzlich zur umlagefinanzierten Rente 35 Milliarden Euro in den neuen Kapitalstock fließen.
Zuletzt war mehrfach auch die Bundesbank als mögliche Verwalterin des neuen staatlichen Anlageprodukts sowie der Kapitalrente im Gespräch gewesen. Die Rentenkommission hatte empfohlen, beide neuen Konzepte - also das staatliche Standardangebot fürs Altersvorsorgedepot und die neue Kapitalrente - aus einer Hand verwalten zu lassen. Entschieden ist in der Sache noch nichts.