Lauterbach will Renten kürzen

2026-03-23
Bei Caren Miosga macht sich der ehemalige Gesundheitsminister Gedanken über einen Rentendeckel für Besserverdienende. Der Sozialverband Deutschland findet seine Ideen unproduktiv.

Der frühere Gesundheitsminister und SPD-Politiker Karl Lauterbach hat sich in der Debatte um die Rentenreform mit einem Kürzungsvorschlag positioniert: In der ARD-Sendung Caren Miosga vom 22. März plädiert er dafür, Renten für Gutverdiener zu deckeln. Denn die hätten im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung und bezögen deshalb deutlich länger Rente als Geringverdiener. Lauterbach findet das ungerecht: „Unser Rentensystem gibt jeden Monat Geld von den Ärmeren an die Einkommensstärkeren." Wer mit 16 Jahren anfange zu arbeiten und fast 50 Jahre einzahle, bekomme oft nur sieben Jahre lang Rente, während Akademiker mit nur 35 Beitragsjahren anschließend 20 Jahre lang Leistungen erhielten.

Lauterbach plädiert deshalb dafür, hohe Rentenwerte „etwas abzuregeln" und das damit freiwerdende Geld dafür zu nutzen, die Renten der Geringverdienern aufzubessern. Kanzleramtsminister Thorsten Frei von der CDU kommentiert den Vorschlag in der Sendung nicht. Er will erst mal die Ergebnisse der Rentenkommission abwarten, die im Juli vorliegen sollen. Widerspruch kommt unter anderem bereits vom Sozialverband Deutschland (SoVD), wie unter anderem der Münchener Merkur berichtet: Durch die Beitragsbemessungsgrenze sei die Rente ohnehin bereits gedeckelt. Zudem bekämen nur neun Prozent der Rentner eine Brutto-Rente von mehr als 2.400 Euro. Da sei nicht viel umzuverteilen.