Das gesetzliche Rentenalter ist zuletzt schneller gestiegen als die Lebenserwartung. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sarah Vollath hervor, über die unter anderem der Spiegel berichtet. Demnach hatten in den Jahren 2022 bis 2024 Menschen im Alter von 65 eine statistische Lebenserwartung von weiteren 19,4 Jahren - das nahezu genauso viel wie zehn Jahre zuvor. Das gesetzliche Mindestalter für die abschlagsfreie Rente wurde seit 2012 um gut ein Jahr angehoben, der tatsächliche Rentenstart verschob sich um 1,3 Jahre.
Vollath ist rentenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke. Sie sieht in den Daten ein Gegenargument zu Forderungen, das Rentenalter weiter anzuheben. Schließlich werde die Regelaltersgrenze bereits zwischen 2012 und 2030 ungefähr doppelt so schnell angestiegen sein wie die Lebenserwartung.
Große regionale Unterschiede treten hinzu: So können 65-jährige Männer in Baden-Württemberg statistisch mit 18,6 weiteren Lebensjahren rechnen, in Sachsen-Anhalt sind es nur 16,6 Jahre.
Die Bundesregierung lässt derzeit eine Alterssicherungskommission Vorschläge für eine Rentenreform erarbeiten. Im Sommer wird sich das Expertengremium äußern. Zuletzt gab es auch Vorschläge, das Rentenalter künftig an die Lebenserwartung oder die Beschäftigungsjahre zu koppeln.