Die Deutschen wünschen sich eine fundamentale Umgestaltung der gesetzlichen Rente. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Instituts Civey für die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. 82 Prozent der rund 5.000 befragten Bürgerinnen und Bürger halten eine Reform für notwendig.
Allerdings sehen die meisten die amtierende Bundesregierung nicht in der Lage, eine derart grundlegende Modernisierung auch umzusetzen. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) trauen Schwarz-Rot schlicht keine Reform zu. Nur 20 Prozent halten die Regierung um Kanzler Friedrich Merz für reformfähig, 11 Prozent sind unentschieden.
Länger arbeiten, breiter einzahlen
Die Umfrage ermittelte auch die Zustimmung für konkrete Reform-Maßnahmen. Hier stechen zwei Reformideen heraus.
Erstens sagen 60 Prozent der Befragten, sie würden das Renteneintrittsalter lieber an Beitragsjahre knüpfen als ans Lebensalter. Den Vorschlag für eine entsprechende Reform hatte der Ökonom Jens Südekum zuletzt in die Debatte eingebracht.
Zweitens hielten es laut Befragung 81 Prozent der Teilnehmenden für fair, dass auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Bundesarbeitsministerin und SPD-Politikerin Bärbel Bas hatte eine solche Reform im vergangenen Jahr angeregt. Die CDU lehnt den Vorschlag allerdings ab.
Die Bundesregierung hat im Zuge seiner ersten kleineren Reformen im Dezember 2025 eine neue Rentenkommission ins Leben gerufen. Das Gremium soll bis Mitte 2026 Lösungen für ein stabiles Rentenniveau erarbeiten. Diskutiert wird unter anderem über ein höheres Renteneintrittsalter, höhere Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse sowie die Aufnahme von Beamten und Selbstständigen in die Deutsche Rentenversicherung.