Während Bundeskanzler Friedrich Merz jüngst erklärte, die gesetzliche Rente werde künftig „allenfalls noch die Basisabsicherung" im Alter sein, spielt dieser Gedanke in der Realität vieler junger Menschen offenbar noch keine große Rolle: Nach einer neuen YouGov-Umfrage im Auftrag der Axa-Versicherung, über die unter anderem die Wirtschaftswoche und der SWR berichten, sehen 40 Prozent der Befragten zwischen 18 und 24 Jahren nach wie vor den Staat in der Hauptverantwortung für ihre finanzielle Absicherung im Alter. Zugleich sagten über alle Altersgruppen hinweg 51 Prozent, sie würden sich nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen.
Martina Dambacher von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg beobachtet die Einstellung der jungen Menschen laut dem SWR-Bericht täglich in ihrer Beratungspraxis. Sie führt den Ruf nach dem Staat vor allem auf mangelndes Wissen zurück. Viele Berufseinsteiger wüssten zwar, dass private Vorsorge wichtig sei, zitiert der SWR die Expertin. Sie trauten sich aber nicht, sich damit auseinanderzusetzen.
Viele fürchten Altersarmut
Kritiker wie der Sozialverband SoVD warnten derweil davor, private Vorsorge könne für Millionen Menschen mit knappen Budgets keine echte Alternative sein. Eine starke gesetzliche Rente bleibt aus ihrer Sicht daher unverzichtbar.
Der Münchener Verein Lichtblick Seniorenhilfe, der sich gegen Altersarmut einsetzt, berichtet derweil von einer weiteren repräsentativen YouGov-Umfrage, wonach 65 Prozent der Befragten den Staat in der Hauptverantwortung sehen, Altersarmut entgegenzuwirken. Zugleich befürworten danach 56 Prozent ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt.