Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat der sogenannten Wirtschaftsweisen, hat die Rentenpolitik der Bundesregierung kritisiert. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), über das unter anderem der Merkur berichtet, forderte sie eine Rücknahme der Mütterrente sowie eine Reform der Witwenrente.
Die Mütterrente koste die gesetzliche Rentenversicherung derzeit rund 13,5 Milliarden Euro im Jahr, sagte Grimm, die beschlossene Ausweitung ab dem Jahr 2027 schlage zusätzlich mit fast fünf Milliarden Euro jährlich zu Buche. Die Leistung sollte aus ihrer Sicht ersatzlos gestrichen werden.
50 Milliarden Euro pro Jahr für Witwen
Die Witwenrente ist noch deutlich teurer, sie kostet die deutsche Rentenkasse nahezu 50 Milliarden Euro pro Jahr - das ist etwa ein Achtel der gesamten Rentenausgaben. Grimm forderte eine Reform dieser Leistung, die unter anderem von dem sozialpolitischen Gedanken getragen ist, dass ältere Frauen, wenn ihr Mann stirbt, nur schwer selbst für das Alter vorsorgen können - solange sie nicht wieder heiraten.
Grimm warnte, einige der bisherigen Reformen gingen mit Blick auf das Wachstum „in die falsche Richtung“. Eine Konsolidierung des Bundeshaushalts allein sei noch keine Wachstumsagenda. Und die zusätzlichen Kreditspielräume der Regierung würden vielfach zweckentfremdet.