Lob und Tadel: Großes Echo zum renovierten Altersvorsorgedepot

2026-03-25
Der Bundestag hat Änderungswünsche fürs Altersvorsorgedepot. Das Gesetz geht nun mit Änderungen in den Bundestag. Dafür gibt es Lob und Tadel.

Am 27. 3. stimmt der Bundestag über das Altersvorsorgedepot ab. Nach Beratungen und Expertenanhörungen haben die Regierungsfraktionen einige substanzielle Änderungen eingebracht, die wir hier für dich einordnen. In der Presse findet das Vorhaben ien geteiltes Echo.

Besondere Aufmerksamkeit bekommt der von 1,5% auf 1% abgesenkte Kostendeckel für das neue Standardprodukt. BR24 zitiert dazu Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern. Er findet den Deckel von 1% bei den Verwaltungskosten "noch immer viel zu hoch". Außerdem könnten Banken und Versicherungen weiterhin Abschlusskosten für viele Produkte geltend machen. Der Regensburger Grünen-Abgeordnete Stefan Schmid sagte gegenüber BR24, es wäre besser gewesen, "wenn alle Beschäftigten automatisch einen kleinen Teil ihres Einkommens in die private Altersvorsorge geben würden – mit der Möglichkeit zu widersprechen" - ein sogenannte Opt-out-System.

Das Nachrichtenportal von n-tv schreibt über unterschiedliche Einordnungen zum geplanten staatlichen Standardprodukt: "Die Versicherungswirtschaft sprach von einem "Staatsfonds". Das sei ein falscher Ansatz. Verbraucherschützer fordern aber schon länger ein öffentlich-rechtlich organisiertes Standardprodukt."

Redakteurin Andrea Mertens vom Fachportal Fonds professionell kommentiert dazu: "Die Nachricht kam wie ein Donnerschlag, wirklich erwartet hatte das niemand." Nun aber solle die Finanzbranche "trotz der berechtigten Aufregung über die skurrile Dreifachrolle des Staates als Gesetzgeber, Aufseher und Anbieter" nicht zu früh urteilen - denn die Details seien noch völlig ungeklärt: "Denkbar ist immerhin, dass diese Variante nur dann zum Tragen kommt, wenn Verbraucher innerhalb einer bestimmten Frist keinen Vertrag für ein Altersvorsorge- oder ein Standarddepot bei einem privaten Anbieter abschließen."

Anlass für diese Vermutung: Bei der sogenannten Frühstart-Rente plant die Regierung ähnlich. Lediglich, wenn Eltern kein Geld für die Kinder anlegen, fließt dies in einen kollektiven Anlagetopf. Von dort lässt es sich jederzeit umbuchen auf ein privates Depot.