Im Alter wird das Geld knapp – das scheint selbst Bundeskanzler Friedrich Merz zu ahnen. „Die gesetzliche Rente wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern“, warnte er im April auf einer Veranstaltung des Bundesverbands deutscher Banken. Er plädierte für betriebliche und private Vorsorge „in weit größerem Umfang“ als bisher. Doch was heißt das konkret? Und wie gut ist deine Altersvorsorge dafür heute aufgestellt? Wer wissen will, wie viel zum finanziell abgesicherten Ruhestand fehlt, beginnt klugerweise mit einer Bestandsaufnahme: Was ist von der gesetzlichen Rente zu erwarten? Was steuern andere Vorsorgebausteine bei? Was fehlt?
Was ist der erste Schritt für meine Rentenplanung im Jahr 2026?
Am besten beginnst du mit der gesetzlichen Rente. Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung informiert jedes Jahr über deine Ansprüche. Sie nennt zwei Werte: Erstens, wie viel Rente du aus dem bekommst, was du schon eingezahlt hast. Zweitens, wie viel es wäre, wenn du bis zur Rente weiter so viel einzahlst wie heute. Beide Beträge beziehen sich auf den aktuellen Rentenwert. Sie können künftig steigen, weil die Rente jährlich an die Lohnentwicklung angepasst wird. Wichtig: Es handelt sich um Bruttowerte, das heißt, von der Rente gehen später noch Steuern, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab.
Wenn du noch keine Renteninformation erhalten oder sie verlegt hast, kannst du sie hier anfordern. Möchtest du auch mögliche Lohnsteigerungen berücksichtigen, kannst du unseren Rentenanspruchs-Rechner nutzen (Schritt 1). Er bildet einen typischen Gehaltsweg ab und geht dazu davon aus, dass du durch Gehaltserhöhungen jährlich ein Prozent mehr Rentenpunkte sammelst. Individuelle Lücken, etwa durch Erziehungszeiten, bleiben dabei genauso außen vor wie die Mütterrente. Mit dem Rentensteuer-Rechner (Schritt 2) kannst du anschließend berechnen, wie viel netto von dieser Rente übrigbleibt.
Mit dem Netto-Rentenanspruch kannst du dann im Schritt 3 deine Rentenlücke berechnen: Das ist die Differenz zwischen deinem heutigen Nettoeinkommen und der zu erwartenden Nettorente. Dazu noch eine grobe Faustregel: Im Ruhestand brauchst du etwa 80 Prozent deines letzten Nettoeinkommens, um deinen Lebensstandard zu halten.
Die Lücke kann sich also vergrößern, wenn dein Einkommen bis zur Rente weiter steigt. Sie kann aber auch kleiner ausfallen, weil im Alter manche Kosten wegfallen. So ist es etwa denkbar, dass du einen großen Kredit abbezahlt hast und ohne Miete im Eigenheim leben kannst. Unser Rentenlücken-Rechner kann das nicht berücksichtigen. Er stellt aber dein heutiges Nettoeinkommen und deine heutige Rentenanwartschaft direkt gegenüber - und das ist in jedem Fall ein guter Orientierungspunkt.
Wie finde ich heraus, wie viel Rente ich später tatsächlich bekomme?
Deine Rentenlücke musst du nun mit privater und betrieblicher Vorsorge schließen. Bevor du anfängst zu sparen, lohnt es sich, einmal zu überprüfen, ob du bereits andere Ansprüche erworben hast, die diese Lücke verkleinern können. Ein guter Ausgangspunkt ist hier die Digitale Rentenübersicht. Das ist ein Portal der Deutschen Rentenversicherung, das Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge bündelt. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Anbieter an das System angebunden ist. Alle Anbieter von Altersvorsorgeprodukten, die regelmäßig Standmitteilungen verschicken und mehr als 1.000 Vorsorgeansprüche verwalten, sind zur Teilnahme verpflichtet. Kleinere Anbieter können freiwillig mitmachen. Eine Übersicht über alle, die mitmachen, findest du hier. Zur Anmeldung genügen Personalausweis und Steuer-ID.
Wenn du alle diese Ansprüche kennst, kannst dun nun deine ganz persönliche Vorsorgelücke berechnen. Dazu kommt in Schritt 4 unser exklusiver Lückenschlussrechner zum Einsatz: Er zeigt dir, wie viel du ab heute monatlich investieren musst, um die Lücke zu schließen - nicht nur bis zur Rente, sondern bis zum Lebensende. Du trägst dafür als Vorsorgelücke deine konkrete Rentenlücke aus Schritt 3 ein. Hast du weitere Ansprüche aus betrieblicher oder privater Vorsorge angesammelt, ziehst du diese vorher ab und passt den Betrag an. Wenn du bereits Startkapital angespart oder beispielsweise ein Erbe zur Verfügung hast, kannst du auch das einrechnen. So erhältst du den Betrag, den du tatsächlich noch monatlich zurücklegen musst, um Anspruch und Wirklichkeit übereinzubringen und im Alter ohne Geldsorgen leben zu können.





























