Sonne satt, türkisblaues Meer und köstliche Mittelmeerküche: Für viele Menschen ist Griechenland ein Sehnsuchtsort. Entspannen ist ein wichtiger Teil der griechischen Lebensweise: „Siga, siga“ sagen die Griechen, und das bedeutet so viel wie „immer mit der Ruhe“. Nicht nur Urlauber wollen mal einen Gang runterschalten am Mittelmeer, Griechenland ist auch das Auswander-Ziel vieler Senioren: Laut Global Retirement Ranking von International Living, einem Online-Portal für Auswanderer, ist Griechenland gar das weltbeste Land für den Ruhestand. Der Staat lockt nicht nur mit hoher Lebensqualität und kulturellen Schätzen. Wer als Deutscher seinen Ruhestand in Griechenland verbringt, zahlt auch weniger Steuern als in der Heimat. Seit 2020 gilt ein pauschaler Steuersatz von lediglich sieben Prozent für ausländische Ruheständler.
Niedriger Steuersatz für Rentner
Dieser niedrige Steuersatz gilt für alle Auswanderer, die in fünf der vergangenen sechs Jahre vor ihrem Zuzug keine Steuern in Griechenland gezahlt haben. Wer nur dem grauen deutschen Winter entfliehen möchte, hat allerdings keinen Anspruch. EU-Bürger müssen schon mindestens 183 Tage im Jahr in Griechenland leben, damit sie von der Sonderregelung profitieren können. Sie gilt zudem für maximal 15 Jahre. Danach gelten die üblichen Steuerregeln für griechische Staatsbürger. Wer länger lebt, muss sich im hohen Alter also auf höhere Steuern einstellen.
Günstigeres Essen und Miete
Das Leben in Griechenland ist in vielen Bereichen um einiges günstiger als in Deutschland. Die Lebenshaltungskosten für Lebensmittel sind im Schnitt 35 Prozent niedriger. Du kannst viel Geld sparen, wenn du die günstigen öffentlichen Verkehrsmittel nutzt und auf lokalen Märkten einkaufst. Ein vollwertiges Abendessen in einer einfachen Taverne bekommst du für um die 15 Euro.
Aber natürlich kommt es bei all dem darauf an, wohin in Griechenland es dich verschlägt. Touristen-Hotspots wie Santorini oder Mykonos sind teurer als weniger bekannte Inseln und ländliche Regionen. Das gilt auch für Immobilien: Kaufpreise und Mieten sind in den Ballungsgebieten und Touristenhochburgen deutlich höher als auf dem Land. Wer die Wahl hat, sollte die Standortfrage sorgfältig abwägen: Größere Städte bieten eine gut ausgebaute Infrastruktur, internationale Flughäfen und ein reiches Kulturleben. Dort sind allerdings Mieten und Immobilienpreise zuletzt stark gestiegen - auch aufgrund des sogenannten Golden-Visa-Programms, das ausländischen Käufern von Immobilien eine Aufenthaltsgenehmigung in Aussicht stellt. Wobei das für EU-Bürger wegen der Freizügigkeit in der Union nicht nötig ist.
Wer es ruhiger mag und günstiger wohnen möchte, findet fernab der Großstädte und Touristenziele noch immer erschwingliche Objekte. Gut zu wissen: In den Sommermonaten werden viele Wohnungen zur Ferienvermietung genutzt, was die Suche nach einem Langzeitmietvertrag erschweren kann. Eine frühzeitige Recherche über lokale Immobilienportale ist daher empfehlenswert.
Große Unterschiede in der Gesundheitsversorgung
Als deutscher Rentner ist man übrigens weiterhin in Deutschland krankenversichert. Die tatsächliche medizinische Versorgung in Griechenland läuft in der Regel über das griechische Gesundheitssystem, die Kosten trägt dann die deutsche Krankenkasse. Die Versorgung ist jedoch nicht überall im Land auf dem gleichen Stand. In Großstädten wie Athen und Thessaloniki gibt es ein größeres Angebot an Ärzten und bessere Ausstattung. Auf dem Land hingegen muss man sich gerade bei Fachärzten auf längere Wartezeiten einstellen. Ein Umstand, der mit zunehmendem Alter und Beschwerden sehr relevant wird. Für kürzere Wartezeiten sollte man deshalb eine zusätzliche private Krankenversicherung abschließen. Kosten: etwa 40 bis 80 Euro pro Monat. Die private Krankenversicherung bezahlt auch Behandlungen beim Zahnarzt, die die griechischen Pflichtkassen nicht übernehmen.
Zusätzliche Pflegekosten beachten
Rentner behalten außerdem Anspruch auf deutsches Pflegegeld. Pflegesachleistungen sind allerdings nicht dabei. Das heißt, Kosten für ambulante Pflegedienste oder Pflegeheime im Ausland werden meistens nicht von der deutschen Pflegeversicherung übernommen. Wer also ernsthaft plant, seinen Lebensabend dauerhaft in Griechenland zu verbringen, sollte nicht nur die schönen Seiten im Blick haben, sondern realistisch durchrechnen, was im Pflegefall passiert. In Griechenland übernehmen traditionell Familienangehörige einen Großteil der Pflege. Wer keine Familie vor Ort hat, sollte an eine private Pflegezusatzversicherung oder ausreichende Rücklagen denken.








































