Teilzeitarbeit ist beliebter denn je. Dabei zeigen Daten des Statistischen Bundesamts ein deutliches Geschlechtergefälle: Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, während es bei den Männern bloß jeder neunte ist. Frauen reduzieren also viermal häufiger ihre Stunden; oft, weil sie Kinder oder pflegebedürftige Eltern betreuen, manchmal auch wegen einer Weiterbildung oder Krankheit.
Wer seine Arbeitsstunden herunterschraubt, ob nun für Teilzeit oder per Minijob, reduziert damit allerdings nicht nur sein heutiges Einkommen. Wer weniger verdient, sammelt auch weniger Rentenansprüche fürs Alter. Das Geschlechtergefälle spiegelt sich entsprechend im Alter wider. Die Lücke ist so eklatant, dass sie sogar einen eigenen Namen hat: Es handelt sich um den sogenannten Gender Pension Gap. Die geschlechtsspezifische Rentenlücke zeigt sich darin, wie viel Rente Frauen im Vergleich zu Männern erhalten. Ergebnis der amtlichen Statistik: Inklusive Hinterbliebenenrenten kommen Frauen über 65 im Schnitt auf ein Alterseinkommen von unter 22.000 Euro pro Jahr. Bei Männern sind es fast 29.000 Euro, das sind 24 Prozent mehr. Ohne Hinterbliebenenrenten liegt die Differenz sogar bei 36 Prozent.
Bei Müttern ist die Lücke übrigens noch größer. Frauen mit Kindern haben im Schnitt 18,4 Prozent niedrigere Rentenansprüche als kinderlose Frauen, zeigt eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Fachleute sprechen vom sogenannten Motherhood Pension Gap.
Die Lücken beziehen sich immer auf Individuen, nicht auf die Haushaltseinkommen. So sollten auch angehende Ruheständler bei ihrer Planung vorgehen. Schließlich kann es immer passieren, dass es mit dem Partner doch nicht klappt oder Schlimmeres passiert und das höhere Einkommen im Haushalt wegfällt.
Wie der Sozialstaat den Gender Pension Gap erhöht
Besonders, wenn du in einem Minijob arbeitest, ist Vorsicht geboten. Der Staat begünstigt dieses Modell durch das Ehegattensplitting: Der Hauptverdiener zahlt weniger Steuern, der andere Part verdient im Minijob steuerfrei dazu. Folge: Weil sich viele im Minijob von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, sammeln sie während der Beschäftigung dann gar keine Rentenansprüche an. Auch eine betriebliche Altersvorsorge gibt es bei Minijobs in der Regel nicht. Auf Teilzeit aufzustocken, lohnt sich im Minijob-Splitting-Modell wiederum oft nicht, weil dann der hohe Steuersatz des Hauptverdieners auf das Zweitverdienst-Einkommen durchschlägt.
Die Politik kennt das Problem und diskutiert immer wieder, wie sich die Rentenlücken zwischen den Geschlechtern verringern lassen. Konkret steht etwa im Raum, die Minijobs mit ihrer Sonderstellung abzuschaffen. Die Diskussion dazu haben wir hier für euch zusammengefasst. Das Forschungsinstitut DIW wiederum empfiehlt eine Familienpolitik, die stärker darauf abzielt, Care-Arbeit zwischen Partnern aufzuteilen, flexible Betreuungsinfrastrukturen zu schaffen und die Arbeitswelt und gesellschaftlichen Institutionen stärker für Bedürfnisse sorgetragender Erwerbstätiger zu sensibilisieren.
So kannst du selbst gegensteuern
All das ist Zukunftsmusik. Ungleichheiten bei der Rente auszugleichen, das geht unter den heutigen Bedingungen am besten so: Wenn in deiner Beziehung einer die Care-Arbeit übernimmt und in Teilzeit oder gar einen Minijob wechselt, sollten beide ausrechnen, wie sich das auf die Rentenansprüche auswirkt. Am besten kalkulierst du deine konkrete Rentenlücke mit dem geringeren im Vergleich zu vollen Einkommen. Dabei hilft unser Rentenrechner. Auf dieser Basis kannst du dann in der Beziehung eine Art Ausgleichszahlung vereinbaren, die du eigenständig am Kapitalmarkt anlegst. Dafür kannst du künftig auch das neue Altersvorsorgedepot nutzen, wenn du die Herausforderungen dafür erfüllst.
Dank Zinseszinseffekt wachsen kleine Beiträge auf Dauer zu einem substantiellen Vermögen heran, mit dem sich die Rente aufbessern lässt. Am besten zeigt das ein Rechenbeispiel: Mit einer monatlichen Sparrate von 100 Euro und einer jährlichen Rendite von sechs Prozent hast du nach fünfzehn Jahren insgesamt 18.000 Euro eingezahlt und bereits ohne Förderung fast 29.000 Euro im Depot. 11.000 Euro kommen also allein aus Rendite mit Zinseszinseffekt: Die Zinsen auf deine Ersparnisse erhöhen in den Folgejahren die Rendite. Das ist ein sich selbst verstärkender Prozess, der umso größer wird, je länger du dabei bleibst. Kommen mit dem neuen Altersvorsorgedepot noch staatliche Zuschüsse dazu, kannst du das Kapital für deine private Altersvorsorge noch schneller wachsen sehen. Wie das konkret funktioniert, erklären wir dir auf dieser Plattform ausführlich.
Selbst, wer bereits in Rente ist (oder kurz davor steht), tut gut daran, weiter zu sparen. Schon eine kleine monatliche Rate kann ein Zusatzeinkommen aufbauen. Wer kurz vor der Rente steht und sein Einkommen aufbessern möchte, kann außerdem über eine Altersteilzeit nachdenken. Wie die funktioniert und was sich dort demnächst ändern könnte, erklären wir hier.















































